Ankerzeit Ambulante Sterbe- und Trauerbegleitung in Lübeck

Traueraufgaben bei Kindern und Jugendlichen

Kinder trauern anders – aber genauso tief.

Raum für Fragen. Ausdruck für Gefühle. Halt im Abschied.


Die klassischen Trauerphasen sind zwar bei Kindern und Jugendlichen ähnlich wie bei Erwachsenen – jedoch äußern sie sich anders und erfordern andere Zugänge. 


Sie werden in der Fachliteratur Traueraufgaben genannt.


Auf dieser Seite möchte ich aufklären und Betroffenen Wissen vermitteln, um mehr Halt und Verständnis zu bekommen.

1. Traueraufgabe: Die Realität anerkennen


Mögliches Verhalten:

  • Kaum Notiz nehmen von der überbrachten Nachricht
  • Schutz- und Abwehrmechanismen im Schockzustand
  • Rückzug; das Kind nimmt Rücksicht, verhält sich hilfsbereit und vernünftig
  • Sprunghafte Verarbeitung: Lachen – Weinen – Spielen im schnellen Wechsel

“Wie ist Mama in den Himmel gekommen?  Wann kommt sie wieder?”

2. Traueraufgabe:

Den Abschiedsschmerz durchleben


Mögliches Verhalten:

  • Gefühlsausbrüche, Aggression, Schuldgefühle, Verzweiflung
  • Körperliche Symptome (Bauchweh, Schlafstörungen)
  • Jugendliche: Rückzug, Ironie, innere Zerrissenheit, Autoaggression
  • Enttäuschung: sie fühlen sich von den Verstorbenen im Stich gelassen
  • viele Tränen fließen
  • für die Eltern ist diese Phase kaum auszuhalten

 "Ich bin wütend und ich will, dass alles wie früher ist!”


"Ich vermisse meine Oma.”

3. Traueraufgabe: Verinnerlichen dessen, was war


Mögliches Verhalten:

  • Kinder ziehen sich in ihre eigene Welt zurück; sie igeln sich ein und reduzieren ihre Aktivitäten zur Außenwelt
  • sie verlassen das Haus nur, um notwendigen Verpflichtungen nachzukommen
  • Regression im Verhalten: am Daumen lutschen, einnässen
  • Sehnsucht nach dem Verstorbenen; alte Gewohnheiten sollen beibehalten werden
  • Idealisierung
  • Erinnerungen verinnerlichen

“Ich kann noch Mama’s Parfum riechen.”

4. Traueraufgabe:

Eine neue Identität entwickeln


Mögliches Verhalten:

  • Ein junges Kind hat jetzt erst vollständig verstanden, dass der Tod eines Menschen (eines Tieres) endgültig und unwiderruflich ist
  • Es akzeptiert den Verlust  als trauriges Ereignis, das sich in seinem Leben zugetragen hat
  • Eingehen neuer Beziehungen
  • Neue Stabilität im Alltag
  • Vertrauen ins Leben wiederfinden
  • Erinnerungen an den Verstorbenen fügen sich in den Alltag ein („Mama ist ein Stern“, „Ich rede mit Opa“)

"Ich habe gelernt, dass Mama in meinem Herzen bleibt.”

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